Grubener Bauernhof

Vor mehr als 500 Jahren wurde diese Hofstele auf der Grube errichtet.

Holz, Stein und Kalk waren die einzigen Baustoffe. In der Nähe einer Quelle,
dicht an den Hang gedrängt, geschützt vor Kälte hat das Haus viele Generationen überlebt.

Lange Jahre allein, abseits vom Fotschritt der Zeit, ein Stück Steeger Geschichte,
ein Stück Erde, ein Stück Heimat.

So wie unsere Ahnen vor langer Zeit gelebt haben, treffen wir das alte Haus auf der Grube an.
Alt, nieder, verbrannt von der Sonne, bescheiden, nach außen arm.

Dennoch wahrlich reich, nicht nur in der Erinnerung unseres Vaters.

 

In der Grube

Dieser Hof in der Grube, manchmal steinig und steil,
zwischen Büheln und Quellen, er ist niemals mir feil,

Macht der Frühling am Hofe wieder lächelnd den Gang,
mit gefiederten Sängern musizier ich am Hang.

Dort das uralte Holzhaus, von der Sonne verbrannt,
hat so heimelig immer meine Jugend gekannt.

Tief gebeugt unterm Heupack trag ich willig die Last,
nach der Ernte in Scheunen ist am schönsten die Rast.

Unter Eschen und Ahorn ist man richtig daheim,
und ich finde beim Dichten hier am besten den Reim.

Wenn dann später ein Maler alle Blätter verfärbt,
nicht ein König in Truhen so viel Gold hat geerbt.

Tief verschneit eine Tanne hört ein Lied und erhebt
- diese Stille zu Weihnacht hab ich dort nur erlebt.

Gebhard Wildanger